Megalithenbauten III

2010            Straße der Megalithenkultur

 

Video Megalithenbau in Kleinenkneten.... 

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Im Emsland um Bremen und Osnabrück enstand 2009 die Straße der Megalithenkultur. Auf einer Strcke von knapp 300 Kilometern wurden viele alte der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. die Strecke ist gut ausgeschildert und dokumentiert. Allerdings braucht man mehrere Tage um wirklich alles zu sehen. 2010 haben wir den ersten Abstecher gemacht und einige wirklich gute Megalithenbauten besucht. Als erstes zeigen wir hier ...

Nr 23 Die Anlagen von Kleinkneten......Visbeker Braut...die Hohen Steine.......

In Kleinenkneten stehen 3 Megalithenbauten. Das erste ist recht imposant..

Ist die einzige niedersächsische und eine von ganz wenigen Anlagen in Deutschland in der drei Kammern (alle Ganggräber) innerhalb einer gemeinsamen Einfassung liegen. In Dänemark kommen bis zu fünf, allerdings kleinere Dyssen, in einem gemeinsamen Bett vor.

Die Unregelmäßigkeit der 34 m langen im mittleren Teil eingeschnürten Einfassung ist wohl auf einen (auch anderswo beobachteten) vorzeitlichen Umbau zurückzuführen. Ihre Breite beträgt außen bis zu 8 m, im mittleren Bereich jedoch nur etwa 6 m. Diese Besonderheit gibt zu der Vermutung Anlass, dass die Kammer 2 als letzte zwischen die Kammern 1 + 3 eingefügt wurde. Dabei wurden die vorhandenen Einfassungen dieser Kammern geöffnet, um die Steine beim Bau der Kammer 2 oder zum Schließen der Einfassung im Mittelbereich zu verwenden. Der Grund dafür dürfte ein Mangel an weiteren geeigneten Bausteinen in der Nähe der Anlagen gewesen sein. Dies geht auch aus der geringen Größe und der Verwendung von uneinheitlichen Steinformaten bei der Kammer 2 hervor und erklärt (zu einem gewissen Grad) auch die trapezförmige Form der an diesem Platz offenbar zuletzt erstellten Anlage

Gute 50 Meter Langbett mit 3 Kammern ..einmalig in dieser Bauweise da sonst nur eine Kammer vorliegt.

Vom dem zweitem Megalithenbauwerk ist nicht mehr viel zu sehen........

Jetzt folgt eines der eindruckvollsten Megalithenbauwerk welches ich bisher besucht habe. es wurde rekonstruiert und zeigt seine wirklichen Ausmaße...So haben alle Megalithenbauten einmal ausgesehen....In der Mitte ist der Eingang zur Kammer.............................50 Meter lang..................

Die restaurierte etwa Nord-Süd gerichtete Anlage hat eine komplette Einfassung (das Bett), ist ein Ganggrab und besteht aus 85 Findlingen und einem deckenden Hügel, der 1.200 m³ Erde beinhaltet. Sie ist etwa 50 m lang und 7 m breit. Die bis zu 2 m hohen Steine an der Schmalseite sind die höchsten der Einfassung. Alle verbauten Findlinge wiegen zusammen 3.400 t, was einem durchschnittlichen Steingewicht von knapp 4 t entspricht.

Die Einfassung wird in der Mitte der östlichen Langseite vom 1,2 m hohen und 0,6 m breiten Zugang unterbrochen, an den sich ein kurzer, durch einen Schwellenstein markierter ungepflasterter Gangbereich anschließt. Die trapezförmige Kammer wird von 11 Tragsteinen eingerahmt, auf denen ein originaler und zwei ergänzte Decksteine liegen. Die mit Rollsteinen, teilweise doppellagig, gepflasterte Kammer ist 6,8 m lang, im Norden 2,4, im Süden 2,1 m breit und 1,7 bzw. 1,6 m hoch. Das Zwischenmauerwerk der Kammer und der Einfassung fehlte und wurde in der typischen Form ergänzt. Da die Rollsteinschicht im Deckenbereich an der nordwestlichen Kammerseite nicht vollständig vollendet wurde, dringt Tageslicht in die Kammer.

Dieses Hünenbett wurde wieder so rekonstruiert, wie man es sich im ursprünglichen Zustand vorstellen muss. Im Laufe der Vorzeit ist die Kammer mehrfach ausgeräumt und für weitere Bestattungen verwendet worden.

Nr  24 Visbeker Braut
Es folgt die Visbeker Braut ......Eines der grössten Megalithenbauwerke Norddeutschlands 80 Meter lang und
8 Meter breit. Es liegt unweit des sogenannten  Bräutigam..............
Koordinaten (GPS gemessen): 52.89170° N, 8.32416° E (WGS84).
 

 Die Skizze verdeutlicht den Aufbau der Anlage......Leider sind bei der Braut eine Vielzahl der Steine entlang des Hünenbettes umgefallen, wodurch der Gesamteindruck der Steinsetzung leidet. Die umgefallenen Steine sind in der Skizze oben mit "u" gekennzeichnet

 Visbeker Braut ist wie der Bräutigam ein mächtiges Hünenbett mit langer, rechteckiger Einfassung und mit  82 x 7 m nur unwesentlich kleiner als der Bräutigam. Auch die Braut ist in etwa in Ost/West-Richtung ausgerichtet, und auch hier ist die am westlichen Ende liegende, 5,5 x 1,5 m große Grabkammer noch im Erdhügel eingebettet. Von ihr ist nur noch ein Deckstein vorhanden, der im Grab liegt; ansonsten gibt es in der Anlage 97 Findlinge ....

 

 

Die sog. "Wächtersteine" liegen bei der Braut am Westende .. Sie sind besonders imposant und bilden eine 9 m lange und ca. 3 m hohe "Wand". Auf alten Fotos aus der Zeit von 1900 bis ca. 1920 ist noch einer der beiden mittleren Wächtersteine umgestürzt; er wurde also später wieder aufgerichtet...

Die Grabkammer im Südwesten ist nur relativ klein...

Wissenschaftler halten die Braut und den Bräutigam für Mondwarten, wobei in dieses Konzept auch die Kleinenkneter Steine einbezogen sind. Wenn man Peilung über bestimmte Steine vornimmt, kann man z.B. den Wintervollmondaufgang oder den Sommervollmonduntergang bestimmen..........

Nr 25 Hohen Steine

Unweit von Visbek liegen die Hohen Steine.....Das Großsteingrab liegt westlich von Wildeshausen an der Straße B213 zwischen Wildeshausen und Autobahnauffahrt Wildeshausen West nur wenige Meter südlich von der Straße, ist aber von dieser aus im Wald kaum zu sehen.
Von Wildeshausen kommend, parkt man auf dem ausgewiesenen Parkplatz auf der linken Straßenseite, unmittelbar nach der Abzweigung nach Bargloy. An der Straße nach Bargloy geht etwa 30 Meter südlich der B213 ein Trampelpfad Richtung Osten in den Wald. Ein kleines Schild verweist hier auch auf ein Archäologisches Denkmal. Man folgt dem Trampelpfad etwa 150 Meter und kommt so direkt zu dem Großsteingrab "Hohe Steine".
An dem Grab findet sich eine Informationstafel in deutsch, französisch und englisch.
Das Ganggrab weist eine rechteckige, 17 Meter lange Kammer auf. Die Breite beträgt in der Mitte 2 Meter, nach den Enden verjÜngt sie sich auf 1,4 Meter. Die Anlage des Grabes ist gut zu erkennen, auch wenn die zum Teil sehr großen Decksteine weitgehend nicht mehr auf den Tragsteinen liegen. Der Zugang zur Kammer befindet sich auf der Südseite. Eine Platte, die den Zugang bedeckte, liegt jetzt ebenerdig.
Die Kammer ist von einem ovalen Einfassung aus Steinen umgeben. Sie stellten den Fuß des Hügels dar, der das Grab einst bedeckte. Das Großsteingrab stammt aus der Trichterbecherkultur, ca. 3400 – 2800 v.d.Z.
 

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